
Mobile Akademie an der Ellen-Key-Oberschule Berlin
Die Schüler selbst wünschten sich vom Workshop vor allem Anregungen für Themen und einen Schwerpunkt auf die Schreibarbeit.
Wir bemühten wir uns, einen allgemeinen Workshop mit einem, auf Grund der doch eher jüngeren Teilnehmer, hohen praktischen Anteil zu planen. Unser Ziel war es, die theoretischen Einführungen besonders kurz zu halten und stattdessen an einem Beispiel zu demonstrieren, wie ein gelungener Einstieg in einen Artikel aussehen könnte und wie man Bericht und Kommentar auseinander hält.
In der Schule angekommen stellten wir fest, dass wir nur die Mädchen des Kurses zu betreuen hatten, da diese im Rahmen eines wöchentlichen „Schüler- Firma- Tages“ für die Schülerzeitung verantwortlich waren. Ein erster Überblick ergab, dass, wie erwähnt, die Motivation in diesem Kurs nicht besonders groß war und nur eine einzelne Schülerin sich bereit fand, auch tatsächlich schreiben zu wollen. Mit trotzdem noch frischen Mut machten wir uns an die Aufgabe, im Schnelldurchlauf einen Überblick über die in einer SZ- Redaktion anfallenden Aufgaben zu geben- um dann möglichst schnell zum motivationsfördernden praktischen Teil zu kommen.
Da die Schreiblust noch immer sehr gebremst war, beschlossen wir, das eher lockere Interview zu vertiefen und stellten dementsprechend die zweite der angedachten Aufgaben. Während eines ersten Durchlaufs ließen wir die Schüler Auffälligkeiten bzw. Fehler notieren um dann gemeinsam zu überlegen, wie man seine Interview- strategie/- vorbereitung verbessern könnte. Die eine Hälfte des Kurses machte bereits im zweiten Durchgang deutliche Fortschritte, wohingegen es uns leider nicht gelang die zweite Kurshälfte zum Mitmachen zu motivieren. Dies versuchten wir zwar durch Wechseln der Interviewpartner und aufmunternde Worte zu ändern -doch leider ohne Erfolg.
Nach einer eingeschobenen Pause nahm jedoch der ganze Kurs wieder mehr am Geschehen teil und wir konnten uns dem Gebiet der Recherche zuwenden. In diesem Rahmen machten wir uns mit den Schülern auf Themensuche. Insgesamt plädierten die meisten für schulbezogene Themen, wie die Sport- AGs, das Turnfest und den „Tag der offenen Tür“. Zu guter letzt gelang es noch, ein Logo für das zukünftige Schülermedium zu entwerfen, das, wie auf dem Foto ersichtlich, die Schülerinnen stark an eine bereits bestehende Marke anlehnten.
Auch bei diesem Einsatz musste ein Teil der Planung verworfen werden und Flexibilität war gefragt. Da die Teilnehmer ganz offensichtlich weniger aus persönlicher Motivation als vielmehr aus Prestigegründen für die Schule zur SZ- Arbeit angehalten wurden, kamen wir nur sehr langsam voran. Für das nächste Mal wäre es auf jeden Fall sinnvoll auf die Anwesenheit der Lehrerin zu bestehen, in der Hoffnung, dass diese die Schüler dann besser im Griff haben wird als wir.
Nichtsdestotrotz haben wir bei diesem Einsatz etwas Wichtiges gelernt: Hinter der Fassade des scheinbaren Desinteresses und des lautstarken Herumbrüllens kann auch einfach eine tiefe Verunsicherung stecken. Mehrmals hörten wir Sätze wie „Wen interessiert denn schon, was ich schreibe?“ und „Was sollen denn die anderen [Schüler] mit einer Zeitung von uns?“. Dies könnte auch für die Zukunft ein weiterer Absatz sein: Den Teilnehmern noch einmal ganz bewusst vor Augen führen, dass es wichtig ist, was sie zu sagen haben und sie dazu anzuhalten überhaupt etwas zu sagen.
Wir hoffen, dass unser Einsatz den Teilnehmern auch wirklich etwas gebracht hat, auch wenn leider nur die Hälfte der Schüler aktiv am Workshop teilgenommen hat. Das war besonders schade, da wir die Schülerinnen im Gespräch in den Pausen sehr aufgeschlossen und freundlich erlebt haben.






