
Interview mit den Grünen
geführt mit Malte Spitz, Mitglied im Bundesvorstand von Bündnis90/Die Grünen
Wie wichtig sind Ihnen jugendeigene Medien?
Sehr wichtig. Jugendeigene Medien fördern die Medienkompetenz in einem ganz besonderen Maße. Sie sind es, die junge Menschen am besten an die Medien(vielfalt) heranführen können, weil sie deren Sprache sprechen und die Welt aus der Sicht der jungen Generationen darstellen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Demokratie, indem sie Probleme und Fragen der eigenen Generation aufwerfen, diskutieren und spezifische Interessen artikulieren. Und wie alle Medien üben sie eine wichtige Kontrollfunktion in unserer Demokratie aus.
In wie weit fördern Sie Jugendmedien bereits?
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN arbeiten regelmäßig mit jungen MedienmacherInnen, zusammen, z.B. mit „politikorange“ auf unseren Bundesparteitagen. Wir versuchen, alle Anfragen zu beantworten und Interviewwünschen nachzukommen. Auf der politischen Ebene treten wir - auch in Landtagen - für entsprechende Medienprojekte ein.
Was werden Sie in Zukunft zur Erhaltung und Förderung von jugendeigenen Medien machen?
Wir werden unsere Arbeit fortsetzen und sie intensivieren. Durch die Digitalisierung werden Medien immer bedeutsamer. Jugendeigene Medien sind ein wichtiger Bestandteil der Medienlandschaft und unabdingbar für die Vermittlung von Medienkompetenz und demokratischen Werten. Medienkompetenz ist das A und O in der heutigen Zeit. BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN kämpfen für eine Stärkung der Medienkompetenz durch gezielte Maßnahmen und Angebote. Ein verantwortungsvoller und selbstbestimmter Umgang mit Medien aller Art ist für die gesamte Gesellschaft wichtig. Die Förderung von Medienkompetenz muss früh beginnen – am besten im Kindergarten – und darf nicht mit dem Schulabschluss enden.
Wie sehen Sie die Zukunft von Schülerzeitungen, Studentenradios und Co.?
Gerade im Bereich Radio kommt es immer häufiger zu Problemen, da die technische Ausstattung aufgrund fehlender Gelder mangelhaft ist. Die Anschaffung neuer Technik muss daher unterstützt werden. Wie andere traditionelle Medien auch, müssen sich Schülerzeitungen künftig das Publikum mit neuen, digitalen Formaten teilen. Auch im Bereich der jugendeigenen Medien werden zunehmend Online-Versionen genutzt werden. Diese gilt es zu unterstützen. Doch auch die gute alte Schülerzeitung ist wichtiger Bestandteil gesellschaftlichen Engagements junger Menschen. Dieses Engagement junger Menschen, egal ob in der Schülerzeitungs-Redaktion, im Online-SchulTV oder beim Uni-Radio, sehen wir als wesentlichen Bestandteil der Demokratie, den wir auch in Zukunft fördern wollen.
Wer ist bei Ihnen für jugendeigene Medien zuständig?
Erster Ansprechpartner für alle Medien ist unsere Pressestelle unter der Leitung von Dr. Jens Althoff, dem Pressesprecher des Bundesvorstandes. Hier werden alle Presseanfragen angenommen und an die entsprechenden PolitikerInnen weitergeleitet, Interviews und Pressegespräche organisiert. Auf der politischen Ebene bin ich das Bundesvorstandsmitglied, welches für die Bereiche Medienpolitik und Jugend zuständig ist.






