Schülerzeitungs-Offensive
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Interview mit der Linken

geführt mit Alrun Nüßlein, Pressesprecherin der Linken

Wie wichtig sind Ihnen jugendeigene Medien?
Jugendeigene Medien sind uns sehr wichtig. Wer weiß besser als junge Menschen, was junge Menschen interessiert - deshalb sind jugendeigene Medien ein wichtiger Bestandteil von Informationsangeboten für junge Leute. Jugendeigene Medien leisten einen wichtigen Beitrag zur Erlangung von Medienkompetenz, sind näher an den spezifischen Problemen junger Menschen dran, sind frecher, frischer und zuweilen interessanter.

Ausgehend von den klassischen Jugendmedien im Print-Bereich bekommen auch digitale Formen wie Internetseiten, Blogs oder Communities ein immer größeres Gewicht in der Verbreitung von Nachrichten vor allem bei Jugendlichen. Als möglicher Träger einer Medienkultur mit emanzipatorischen Inhalten ohne die Kontrolle durch Wirtschaftsinteressen und gegensätzlich zu der Tendenz, die wir gerade in der Medienindustrie beobachten können, sind Jugendmedien besonders wichtig.

Wichtig ist, dass Jugendpresse / Jugendmedien selbständig, eigenverantwortlich und demokratisch arbeiten können. Das gelingt leider nicht immer. Auch in Jugendmedien findet Zensur statt und die Pressefreiheit wird eingeschränkt, was ich an folgendem Beispiel verdeutlichen möchte.

Im Dezember 2008 wurde die bundesweite Zeitung Q-Rage 2008 des Projektes Schule-ohne-Rassismus von der Bundeszentrale für politische Bildung auf Intervention des Verbandes der evangelikalen Christen zurück gerufen und die Verbreitung der Zeitung eingestellt. Hintergrund war ein kritischer Artikel über das "Christival-Festival"(siehe aufgeführte Links). Wir treten für Pressefreiheit ein, gerade auch bei jugendeigenen Medien.

Links:
www.schule-ohne-rassismus.org/fileadmin/pdf/q-rage-ausgabe-04-web-seite-11.pdf
www.linksjugend-solid.de/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/home/artikel/juliabonk-zu-q-rage-pressefreiheit-gilt-auch-fuer-schuelerredakteure/


In wie weit fördern Sie Jugendmedien bereits?
Linksjugend ['solid] und der angegliederte Studierendenverband Linke.SDS betreiben eigene Zeitungen, die ZORA und die CRITICA, die beide vollständig von ehrenamtlichen jungen RedakteurInnen erstellt werden. So wie eigen Internetauftritte, Blogs und Foren auch.
Die Mitarbeit ist an diesen Medien ist nicht an Verbands- oder Parteimitgliedschaft gebunden. Im Rahmen unseres bildungspolitischen Verständnisses legen wir großen Wert auf die Vermittlung von Medienkompetenz im Allgemeinen und auf konkreter Fertigkeiten und das Erlangen von Kompetenzen im Umgang mit Presseinstitutionen. Desweitern werden fördern wir die Vernetzung von freien unabhängigen Mediennetzwerken.

Darüber hinaus unterstützt DIE LINKE zum Beispiel "politikorange" - bietet finanzielle und inhaltliche Unterstützung bei der Berichterstattung von "politikorange" über Parteitage der LINKEN.

Was werden Sie in Zukunft zur Erhaltung und Förderung von jugendeigenen Medien machen?
Neben der Erweiterung unserer eigenen Jugendmedien, versuchen wir mit der Jugendpresse zusammenzuarbeiten, werden auch in Zukunft gegen Zensur und Einschränkung der Pressarbeit kämpfen und unterstützen Strukturen die sich dem Austausch, der Vernetzung sowie der Aus- und Weiterbildung von jungen kritischen Medienmachen verschrieben haben. Wie Beispielsweise die Linke Medienakademie und ihrem Angebot speziell für MacherInnen von jungen Medien.

Wie sehen Sie die Zukunft von Schülerzeitungen, Studentenradios und Co. ?

Die Zukunft der klassischen, selbstorganisierten Jugendmedien sehen wir immer mehr im Internet. Gerade Schülerzeitungen werden sich perspektivisch ins Netz verlager, da das Handling gerade bei Auflagen schwachen Formaten über dieses Medium doch sehr vereinfacht wird.

Bei vielen Studentenradios ist dies heute schon der Fall. Journalismus und Kommunikation im Zeitalter von Web 2.0 bedeute eben auch, dass die NutzerInnen/LeserInnen/HörerInnen eines Mediums auch darüber diskutieren wollen.

Und zwar direkt und zeitnah, nicht über den guten alten Leserbrief, der Tage später erscheint, wenn ihn die Redaktion überhaupt abdruckt. Darin sehen wir eine weitere Demokratisierung und neue Möglichkeiten einer breiten Beteiligung.

Wir stellen jedoch fest, dass angesichts der Umstülpung der Studiengänge auf das Bachelor/Master System das Potenzial für ehrenamtliches Engagement an den Hochschulen geringer wird. Es fehlt vielen schlichtweg die Zeit sich parallel zum Studium in selbstverwalteten oder alternativen Presseprojekten zu engagieren.

Bestehende jugendeigene Medien müssen weiter unabhängig arbeiten können, frei von Vereinnahmungen durch Verbände, Parteien oder die Industrie sein. Nur so bleiben sie jugendgemäße, kritische und journalistisch wertvolle Produkte - die ihren Aufgaben und der Verantwortung für ihre Altersgenossen gerecht werden können

Wer ist bei Ihnen für jugendeigene Medien konkret zuständig?

Einen Extra-Ansprechpartner für jugendeigene Medien hat DIE LINKE nicht. Zuständig wäre der jugendpolitische Sprecher des Parteivorstandes Niema Movassat

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Was ist Jugendpresse?

  • Wir sind das Netzwerk medienbegeisterter junger Menschen in Deutschland
  • Wir vermitteln journalistisches Handwerk und machen Medien mit Leidenschaft
  • Wir sind eine unabhängige Plattform für Engagement, Austausch und Selbstverwirklichung junger Medienmacher
  • Wir fördern Medienkompetenz und leben demokratische Kultur
  • Wir hinterfragen und bewegen Gesellschaft
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